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Unser VW T4: Vom ehemaligen Kirchenbus zum selbst ausgebauten Camper

Wenn ich unseren VW T4 heute sehe, ist es manchmal schon erstaunlich, wie alles angefangen hat. Denn von einem Camper war unser Bulli beim Kauf ziemlich weit entfernt.

Gekauft haben wir ihn im Februar 2018 bei einem Händler im Ruhrgebiet. Damals war er als LKW zugelassen, der hintere Bereich war praktisch leer und die vorhandenen Seitenfenster waren von innen verschlossen.

Eigentlich eine ziemlich gute Ausgangslage für das, was in den kommenden Jahren daraus werden sollte.

Ein ehemaliger Bus einer evangelischen Kirchengemeinde

Bevor unser T4 bei uns gelandet ist, war er bei einer evangelischen Kirchengemeinde im Einsatz.

Ursprünglich handelte es sich um einen Bus für den Personentransport, der als Neunsitzer ausgelegt war. Entsprechend waren bereits rundherum die Seitenfenster vorhanden.

Als wir ihn 2018 kauften, sah die Situation allerdings anders aus.

Der T4 war inzwischen als LKW zugelassen, die Sitzbänke hinten waren ausgebaut und die Fenster von innen mit Holzverkleidungen verschlossen worden.

Hinten war also im Grunde genommen nichts mehr.

Und genau dort begann unsere Geschichte.

Der erste Umbau war eigentlich ein Rückbau

Unsere erste Aktion bestand kurioserweise gar nicht darin, den Bulli weiter umzubauen.

Wir haben ihn zunächst zurückgebaut.

Die Holzverkleidungen vor den Fenstern kamen raus, sodass die vorhandenen Scheiben wieder frei waren. Anschließend bauten wir die Sitzbänke wieder ein.

Danach ging es zum TÜV, um die entsprechenden Sitzplätze wieder abnehmen zu lassen.

Wir haben unseren T4 also zunächst einmal wieder ein Stück weit in seinen ursprünglichen Zustand als Fahrzeug für den Personentransport zurückversetzt.

Erst einmal fahren und den T4 kennenlernen

Danach haben wir nicht sofort angefangen, den kompletten Bus auseinanderzunehmen und einen Camper daraus zu bauen.

Zunächst wollten wir ihn kennenlernen.

Wir machten die ersten Fahrten mit dem Bulli und beschäftigten uns Stück für Stück mit seiner Technik.

Dabei gab es natürlich auch die ersten kleinen Herausforderungen.

Eine davon war das damals ziemlich ausgeprägte Sägen im Leerlauf unseres AAC-Motors. Die Drehzahl ging immer wieder hoch und runter und entsprechend begann für mich schon ziemlich früh die Beschäftigung mit der Technik des T4.

Über dieses Problem und die letztlich überraschend einfache Ursache habe ich inzwischen einen eigenen Beitrag geschrieben.

→ Hier werde ich meinen Beitrag „VW T4 AAC: Schwankende Leerlaufdrehzahl und Sägen“ verlinken.

Rückblickend war das wahrscheinlich auch einer der Punkte, durch die ich angefangen habe, mich immer intensiver mit unserem T4 und dem Selberschrauben zu beschäftigen.

Dann kam der erste Camper-Ausbau

Irgendwann stand natürlich fest:

Aus unserem T4 sollte ein Camper werden.

Also begann der erste richtige Ausbau.

Damals hatten wir allerdings noch ganz andere Anforderungen als heute. Uns war beispielsweise wichtig, dass hinten weiterhin eine Dreier-Sitzbank mit Anschnallmöglichkeiten vorhanden war.

Entsprechend musste der Ausbau um diese Sitzbank herum geplant werden.

Das funktionierte grundsätzlich auch.

Aus heutiger Sicht würde ich diesen ersten Ausbau allerdings als zu groß, zu schwer und vor allem zu klobigbezeichnen.

Uns fehlte dadurch einfach zu viel Platz.

Aber wahrscheinlich gehört genau das zu einem selbst ausgebauten Camper dazu.

Man baut etwas, fährt damit, sammelt Erfahrungen und stellt irgendwann fest, was man wirklich braucht – und was eben nicht.

Unser T4 hat sich mit uns weiterentwickelt

Genau das ist in den folgenden Jahren passiert.

Unser Bulli wurde immer wieder verändert und an unsere tatsächlichen Bedürfnisse angepasst.

Heute sind wir beispielsweise nur noch als Dreisitzer unterwegs.

Dadurch konnten wir den hinteren Bereich noch einmal komplett neu gestalten und wesentlich stärker darauf ausrichten, wie wir den T4 tatsächlich nutzen.

Der heutige Ausbau hat deshalb mit unserem allerersten Versuch nicht mehr besonders viel gemeinsam.

Und wahrscheinlich ist genau das einer der größten Vorteile eines selbst ausgebauten Campers:

Man kann ihn verändern.

Ein Ausbau muss nicht für immer so bleiben, wie man ihn beim ersten Mal gebaut hat.

Ein leerer T4 war im Nachhinein eine ideale Grundlage

Rückblickend hatten wir beim Kauf einen großen Vorteil.

Unser T4 war hinten praktisch komplett leer.

Wir mussten also nicht erst einen fertigen Camper auseinanderbauen oder uns mit einem vorhandenen Ausbau arrangieren, der überhaupt nicht unseren Vorstellungen entsprach.

Stattdessen hatten wir eine leere Fläche und konnten überlegen:

Was wollen wir daraus machen?

Natürlich hat das auch Arbeit bedeutet. Aber gleichzeitig hatten wir dadurch die Möglichkeit, uns ziemlich frei zu entfalten.

Genau deshalb würde ich jedem, der selbst über einen T4-Ausbau nachdenkt, empfehlen, auch einmal nach einem leeren Transporter oder ehemaligen Personentransporter zu schauen.

Gerade wenn man ohnehin selbst ausbauen möchte, kann so eine Basis sehr interessant sein.

Die vorhandenen Fenster waren für uns ein großer Vorteil

Unser T4 hatte dabei noch einen weiteren Vorteil.

Da er ursprünglich für den Personentransport gedacht war, waren die Seitenscheiben bereits vorhanden.

Wir mussten also nicht erst sämtliche Fensterausschnitte herstellen.

Eine Sache fehlte uns allerdings.

Auf der linken Seite, also auf der Fahrerseite, hatten wir hinten kein Schiebefenster.

Deshalb haben wir später ein entsprechendes Schiebefenster nachgerüstet.

Eine Entscheidung, die sich für uns definitiv bezahlt gemacht hat. Gerade beim Campen ist es angenehm, zusätzliche Möglichkeiten zum Lüften zu haben.

Stück für Stück zum eigenen Bulli

Und so hat eigentlich alles angefangen.

Im Februar 2018 kauften wir einen alten VW T4, der einmal als Bus einer evangelischen Kirchengemeinde unterwegs gewesen war und später zum LKW umgeschrieben wurde.

Hinten leer, die Fenster verdeckt und zunächst noch weit entfernt von dem Camper, den wir heute haben.

Wir haben zurückgebaut, wieder Sitzplätze geschaffen, sind die ersten Kilometer gefahren, haben uns mit der Technik beschäftigt und irgendwann angefangen, unseren eigenen Ausbau zu bauen.

Dann haben wir festgestellt, was funktioniert und was nicht.

Also wurde wieder verändert.

Und wieder umgebaut.

Bis unser T4 irgendwann zu dem Bulli wurde, der heute zu uns und unserer Art zu reisen passt.

Und wahrscheinlich wird auch das nicht sein letzter Zustand gewesen sein.

Denn genau das macht für mich einen selbst ausgebauten T4 aus:

Man kauft keinen fertigen Camper. Man entwickelt ihn Stück für Stück selbst.

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