VW T4 AAC: Zündkerzen nach nur fünf Monaten schwarz – wenn Kaltstarts und Kurzstrecke ihre Spuren hinterlassen
Manchmal sagt der Zustand eines Verschleißteils mehr über die Nutzung eines Autos aus als sein Alter. Genau das konnte ich bei unserem VW T4 mit AAC-Motor wieder einmal feststellen.
Die Zündkerzen auf den Bildern waren gerade einmal ungefähr fünf Monate eingebaut. Eigentlich kein Alter, bei dem man automatisch davon ausgehen würde, dass die Kerzen schon wieder ein Thema sind.
Als ich sie ausgebaut habe, sah das allerdings anders aus.
Die Zündkerzen waren deutlich schwarz und verrußt.

Nur fünf Monate alt – aber fast nur Kurzstrecke
Der entscheidende Punkt war in unserem Fall weniger das Alter der Zündkerzen als die Nutzung unseres T4 in diesen Monaten.
Der Bus wurde überwiegend auf Kurzstrecken bewegt. Dazu kamen entsprechend viele Kaltstarts, während der Motor nur selten über längere Zeit richtig auf Betriebstemperatur kam.
Gerade beim alten 2,0-Liter-AAC-Benziner mit 84 PS ist das natürlich alles andere als optimal.
Beim Kaltstart benötigt der Motor ein fetteres Gemisch. Wird er anschließend nur wenige Kilometer bewegt und wieder abgestellt, fehlt immer wieder die längere Betriebsphase bei vollständig warmem Motor.
Und irgendwann sieht man diese Betriebsbedingungen eben auch an den Zündkerzen.
Das Kerzenbild war ziemlich eindeutig
Auf den Fotos kann man gut erkennen, was mich beim Ausbau erwartet hat.
Alle vier Zündkerzen zeigen deutliche schwarze Ablagerungen im Bereich der Elektroden und Isolatorspitzen. Besonders interessant fand ich, dass das Bild bei allen vier Kerzen grundsätzlich recht ähnlich aussieht.
Das passt zumindest zu der Vorgeschichte mit vielen Kaltstarts und kurzen Fahrten.
Wichtig ist mir aber: Ein schwarzes Kerzenbild kann verschiedene Ursachen haben. Nur anhand eines Fotos würde ich deshalb nicht behaupten, dass Kurzstrecke zwangsläufig die einzige mögliche Ursache ist.
Je nach Motor und Fehlerbild können beispielsweise auch Gemischaufbereitung, Zündung, Sensorik oder andere Probleme eine Rolle spielen.
Bei unserem T4 war die Nutzung der vergangenen Monate aber ein sehr wichtiger Hinweis.

Neue Zündkerzen – und danach erst einmal richtig fahren
Ich habe die Zündkerzen schließlich gegen neue NGK-Zündkerzen getauscht.
Danach ging es mit dem T4 bewusst einmal auf eine längere Strecke. Rund 100 Kilometer am Stück, damit der Motor nicht wieder nur gestartet, ein paar Kilometer bewegt und anschließend abgestellt wird.
Und das Ergebnis war eindeutig:
Der T4 lief anschließend einwandfrei.
Das zeigt für mich wieder einmal, dass man bei einem alten Auto nicht nur auf Wartungsintervalle schauen sollte.
Eine Zündkerze kann kalendarisch noch fast neu sein – die Betriebsbedingungen spielen aber ebenfalls eine Rolle.
Kurzstrecken sind für einen alten T4 einfach nicht ideal
Natürlich lässt sich Kurzstreckenbetrieb im Alltag nicht immer vermeiden.
Aber gerade bei unserem T4 versuche ich inzwischen darauf zu achten, dass er zwischendurch auch wirklich einmal länger gefahren und vollständig warm wird.
Das betrifft schließlich nicht nur die Zündkerzen. Ein Motor, der ständig nur kalt gestartet und wenige Kilometer bewegt wird, verbringt einen großen Teil seiner Laufzeit in einem Betriebszustand, für den er eigentlich nicht dauerhaft gedacht ist.
Eine längere Fahrt zwischendurch tut unserem AAC deshalb definitiv gut.
Nicht immer gleich nach einem großen Defekt suchen
Das ist vielleicht auch die wichtigste Erkenntnis aus dieser Geschichte.
Wenn ein alter Motor plötzlich nicht mehr richtig läuft, denkt man schnell an irgendeinen größeren Defekt. Gerade beim AAC gibt es schließlich einige Dinge, mit denen man sich bei der Fehlersuche beschäftigen kann.
Manchmal lohnt es sich aber, zunächst bei den einfachen Grundlagen anzufangen:
Wie sehen eigentlich die Zündkerzen aus?
In unserem Fall waren sie erst fünf Monate alt. Hätte ich nur nach dem Einbaudatum entschieden, hätte ich sie wahrscheinlich überhaupt nicht näher betrachtet.
Der tatsächliche Zustand erzählte aber eine andere Geschichte.
Und genau deshalb lohnt sich manchmal der Blick auf ein Bauteil, das eigentlich „noch gar nicht alt sein kann“.
